2009 Benefizkonzert Count Zeppelin & Friends

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Ein Bläserfeuerwerk der Superlative
 

Beschreibung: Ein Bläserfeuerwerk der Superlative
Südkurier: 02.11.09
Author: Elfi Barschel

Für die Urmel-Kinder-Krebshilfe Tettnang wie für die zahlreichen Besucher hat sich das Benefizkonzert am Samstagabend im übervollen Ludwig-Dürr-Saal des Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen in reichem Maße gelohnt. Grandiose Klänge und höchst beeindruckende Darbietungen mit Seltenheitswert rissen von den Sitzen. Zu verdanken ist die rundum gelungene Veranstaltung im ganz großen Stil dem Count Zeppelin, der Dudelsack-Gruppe Highland Pipes and Drums Friedrichshafen unter der Leitung von Frank Klotzsche.

Mit dem ZF-Werksorchester, dem Fanfarenzug Graf Zeppelin, dem Musikverein Kressbronn, der Tanzgruppe Grufty Plus und der Partyband SeeFeuer hatten sie für abwechslungsreiche, vielfältige Unterhaltung gesorgt, in dessen Verlauf sich ein Höhepunkt an den anderen reihte und für restlose Begeisterung sorgte. Den Saal konnten die Veranstalter kostenlos nutzen, die Eintrittskarten allein ergaben eine Spendensumme von rund 4500 Euro. Zudem überreichte die Firma Adolf Würth einen Scheck in Höhe von 465 Euro.

Wie kurzweilig und witzig Walter Rundel durchs Programm führte, hatte Unterhaltungswert für sich, auch schon weil er selbst im Schottenrock erschien und ein bisschen Angst hatte, er könnte s Röckle verlieren. Ein Schottenwitz durfte natürlich nicht ausbleiben. Seine Fragen an die Mitwirkenden ergaben interessante Hintergrundinformationen zum Entstehen oder zu Sorgen und Nöten einzelner Musikgruppen und zur Entwicklung und nicht immer ganz einfachen Arbeit der Urmel-Kinder-Krebshilfe.

Für den Count Zeppelin war dies der erste große öffentliche Auftritt, den die Häfler Sackpfeifen-Spieler mit Bravour hinlegten. Ihre Stücke entstammen den Scotts Gards aus Schottland, die sie sich auch zum Vorbild nehmen, was dann deutlich zu sehen und zu hören war. Wie sie schon einmarschierten der Fahnenträger vorneweg hatte großen Stil und war bis ins Detail nachempfunden. Durch und durch schottisch gewandet vom Scheitel bis zur Sohle, demonstrierten sie ihr brillantes Spiel im perfekten Zusammenwirken mit den Trommlern und brachten die schottische Tradition in allen Punkten auf hohem Niveau zur Geltung. Dazu zog auf einer Leinwand einmal die herbe Schönheit der schottischen Landschaft vorüber, oder es war der engagierte Einsatz der einzelnen Mitwirkenden – teilweise in Großaufnahme zu verfolgen.

Erstaunlich, welch große Bandbreite das 1935 von Graf Soden gegründete ZF-Werksorchester unter der Leitung von Andreas Schorer in seinem Repertoire bei gepflegtem, schmissigem Sound vorzuweisen hat. Da gefielen romantische Titel und Stücke im lässigen Big-Band-Drive ebenso wie der schneidige und blitzsaubere Graf-Soden-Marsch. Gewandt und niveauvoll legte der Klarinettist aus dem Orchester sein Solo hin. Und wie eindrucksvoll waren die warmen, weichen Klänge im außergewöhnlichen Zusammenspiel mit drei gewandten Alphornspielern. Mit einem pompösen Titel von Queen setzte das ZF-Orchester einen mitreißenden Schlusspunkt.

Äußerst routiniert und flexibel präsentierte der Musikverein Kressbronn seine Stücke mit enormem Schliff, Glanz und bestechendem Groove. Im gemeinsamen Musizieren von „Count Zeppelin“ und dem ZF-Werksorchester oder dem Fanfarenzug Graf-Zeppelin wurde das vibrierende Volumen noch umwerfender, noch gigantischer. Vorweg bestach der Fanfarenzug allein durch kraftvolles raumfüllendes Musizieren, dessen versierte Musiker allesamt ganz ohne Ventil blasen können müssen. Nicht zuletzt brachte die farbenfrohe, witzige und turbulente Tanzeinlage der Tanzgruppe „Grufty Plus“ mit ihrer Persiflage auf Afrika den Saal zum Toben.

Auch nach dem Konzert blieb die Stimmung mit der Party-Band SeeFeuer“ auf dem Höhepunkt bis in den frühen Morgen. Dass man für eine so ausgefallene Veranstaltung umso lieber mit vollen Händen gibt, zeigt außerdem das am Ausgang aufgestellte, vollgestopfte Sparschwein.
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